Der erste Tag in Schottland...

Nachdem wir den Mietwagen (einen Fiesta mit Schaltung -> am Anfang ein Kampf, da sich die Schaltung auf der falschen Seite befindet) geholt hatten, haben wir uns auf die Autobahn in Richtung Edinburgh in Bewegung gesetzt. Glasgow selbst wollten wir, weil wir am Rückflugtag noch einige Stunden Zeit hatten, besichtigen. Eine Stadt die sicherlich einiges an kulturellen Sehenswürdigkeiten besitzt aber den Flair einer Großstadt wie Düsseldorf, Bochum oder Dortmund hat (wobei ich nix gegen die Städte habe ;-), aber wir wollten mehr das Dörfliche und die Weite des Landes.

In Bathgate haben wir die Autobahn verlassen und hinter Armadale unser Quartier bezogen. Frances Gibb besitzt dort einen umfunktionierten Bauernhof mit Gästezimmern. Begrüßt wurden wir von Jasmine - einer Mischung aus Husky und Wollknäuel und das ganz in weiss - der uns freundlich darauf hinwies, das der Eingang ums Haus herum ist. Das Zimmer war mit 19 Pfund pro Nacht mit Frühstück günstig. Wer das schottische Frühstück schon mal genossen hat, weiss wovon ich rede (das Frühstück reicht bis weit in den Tag hinein).

Bei dem Versuch den Flughafen zu erreichen hat mich Frances gefragt was denn los sei. Nach kurzer Erklärung meinte sie, ich sollte Urlaub machen, Ihr die Unterlagen geben und alles würde schon gut werden. Ein Geschenk des Himmels. Ohne Frances würde ich heute noch auf mein Gepäck warten....

Ohne Karte und nur mit einer Erklärung von Frances haben wir uns dann auf den Weg nach Linlithgow gemacht. Dort ist die Geburtsstätte von Mary Queen of Scots und die Heimat der Stewarts. Später waren dort Prince Bonnie Charlie und Oliver Cromwell zu hause.
Ein kleiner gemütlicher Ort mit einem schönen Palast (natürlich mit Kirche) und einem Hotel das sich "Four Mary's" nennt in dem wir fast jeden Abend, zu Preisen wie wir sie hier kennen, gegessen haben. Lachs mit Beilagen oder ein T-Bone-Steak mit Beilagen für umgerechnet 30,00 DM halte ich für einen zivilen Preis. Aber in den Four Mary's sind wir erst über einen Umweg gelandet...

Nach der Besichtigung des Örtchens ging es erst einmal zurück zu Frances und von da aus nach Bathgate um notwendige Artikel wie Zahnbürste und so zu kaufen. Dank langer Öffnungszeiten war es kein Problem im Saveway alles zu bekommen was für das erste notwendig war. Essen gehen in Bathgate ist fast unmöglich, da es dort nur Pub's gibt in denen man nichts zu Essen bekommt. Eine Ausnahme ist ein Hotel in der Nähe des Bahnhofs in dem man zwar köstlich essen kann, aber in einer Atmosphäre wie "Mc D..". Wir sind daher nach Linlithgow zurück und haben dort bei den Four Mary's gegessen.
Vorne ist das Four Mary wie ein Bistro gemacht. Durch einen schmalen Gang kommt man in einen Raum der wie ein Burgsaal (dicke Steinmauern und Feuer in der Ecke) eingerichtet ist. Lediglich der Fernseher wirkte etwas daneben, aber wegen der EM nicht unangenehm ;-). Eine freundliche Bedienung brachte uns die Karte. Getränke mußten wie in Schottland üblich an der Bar geholt werden, konnten aber auf den Tisch geschrieben werden. Der Name dieses Hotels stammt von vier jungen stadtbekannten Ladies (Mary Seton, Mary Fleming, Mary Beaton und Mary Livingstone) die einen engen Kontakt zu Familie der Stewarts hatte. Die Erinnerung an Sie wurde wenn ich mich recht erinnere auch in Liedern festgehalten.

Das war's vom ersten Tag.



17.7.2001 Herbert Framke
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