Hi,

ich kann zwar kein Französisch, aber ich habe mich mal überreden lassen Paris zu besuchen. Also, frohen Mutes am Dienstag um 7:00 Uhr zur Bahn spaziert und auf die Dinge gewartet die da kommen. Der Zug nach Köln war rappelvoll aber wenigstens pünktlich. Danach den Thalys gesucht und festgestellt, daß der Umgang mit Platznummern gar nicht so leicht ist. Platz 11 bis XX nach rechts und Platz XX bis 36 nach links, dafür aber nicht ausgeschildert. Naja, Bahn halt eben... Pünktlich um 8:02 Uhr bewegte sich das Teil dann auch in Richtung Paris.

Im Zug habe ich versucht etwas essbares zu ergattern und dabei festgestellt, das die Tante im Bistro kein deutsch versteht. Grummel, Aachen noch nicht erreicht und schon das Ausland unter den Füßen. Naja, Zeichensprache und ein lautes Hilfe, übersetz doch bitte mal.... haben dann doch noch geholfen. ;-). Da der Zug nur in Aachen, Lüttich, Brüssel und Paris hält, hat die Fahrt auch nur 4 Stunden gedauert. Bis Brüssel schlich er durch die Eifel und die Ardennen um dann endlich ab Brüssel Gas zu geben. Hm,... 3 Stunden bis Brüssel und dann noch 1 Stunde bis Paris. Irgendwie stimmt das Verhältnis nicht und besonders bequem war das ganze auch nicht, aber vom Preis her sehr attraktiv.

...endlich, Paris Gare du Nord. Die Sonne scheint und ich versteh gar nix mehr. Schatz.... und ab geht die Post. Nachdem wir den Tarifdschungel durchschaut haben, haben wir uns ein drei-Tage-Ticket für die Metro gekauft. Jetzt noch den Weg nach Brochant ins Hotel finden um die Klamotten los zu werden und dann kann es los gehen. Der Weg vom Bahnhof aus gestaltete sich zwar etwas umständlich, da mehrfach umgestiegen werden mußte, aber dafür war das Hotel nur ein Steinwurf von der Metro weg. Einchecken (Schatz mach mal...), Klamotten ins Zimmer stellen und ab in die Stadt. Hier zeigte sich dann, das diese Verbindung super ist. Brochant -> Champs Elysees/Clemenceau und dann befindet man sich auf der Achse der Linie 1 die einen fast überall dort hin bringt wo bekannte Sehenswürdigkeiten stehen. Wir haben die Bahn bis Louvre/Rivoli genommen, da wir uns für eine Stadtrundfahrt anmelden wollten.

Leider haben wir die letzte Rundfahrt (14:30 Uhr) gerade verpasst und die Dame hinter dem Schalter war dermaßen unfreundlich, und das obwohl mein Dolmetscher vom Dienst ;-) in französisch versucht hat für den nächsten Morgen eine Tour zu buchen, daß wir den Laden gleich wieder verlassen haben. Angeregt durch das schöne Wetter sind wir am Louvre vorbei durch einen wunderschönen Park zum Place de la Concorde weiter an der Seine (Pont Alexandre III) spaziert. Angezogen durch eine große Grünfläche sind wir im Hotel des Invalides (Invalidendom) gelandet. Dort haben wir uns das Gebäude genau angesehen, diverse Bilder geschossen, alte Waffen angesehen (das Waffen-Museum hatte leider zu) und uns auf den Weg zum Eiffelturm gemacht.

Sehr zu unserer Freude gab es so gut wie keine Schlange vor den Aufzügen. Also 62 FF pro Person gelöhnt und schon geht es 320 Meter mit zwei Aufzügen in die Höhe. Dank Sonnenschein hat man einen wunderbaren Ausblick auf ganz Paris.

Von La Defense bis Porte de Picpus und von weit hinter Sacre Coeur bis Porte de la Plaine reichte der Blick und da wurde doch jemand leicht blaß bei der Festgestellung wie viel sie heute schon gelaufen war. ;-) Windig war es da oben, sehr zu meiner Verwunderung, überhaupt nicht. Hier hat man mir dann einen Überblick über die Stadt gegeben und wir haben Pläne für die nächsten Tage geschmiedet was wir in den nächsten Tagen besuchen wollen. (Nein Günther, immer noch kein Essen ;-)

Nachdem wir die Aussicht genossen hatten, haben wir auf halber Höhe noch mal Station gemacht, sind aber dann ohne weitere Erkenntnisse kurz danach ganz runter gefahren. Da keine Metro-Station in Sicht war, haben wir das Seine-Ufer gewechselt und haben uns zu Fuß zum Place de la Concorde auf gemacht. Hier haben wir  nun endgültig beschlossen, daß das genug Sport für heute war und wir nun dringend eine Metro brauchen. Damit haben wir den Weg bis St. Michel zurückgelegt und das Quartier Latin besucht. Dort gibt es viele kleine Gässchen mit kleinen Geschäften und jede Menge Freßlokale. Ein Grieche (kleiner lustiger Kerl) hatte uns es angetan. Tsaziki und ein Fläschen Rotwein als Vorspeise sowie ein Fleischspieß mit Lamm, dazu Reis und eine große Kartoffel haben uns soweit gestärkt, daß wir Pläne für den weiteren Abend geschmiedet haben. Das Lokal (Le Paros; 30, rue Saint-Severin) kann ich übrigens nur empfehlen. Der Wirt spricht auch englisch und schmeißt mit Tellern. Man sollte sich daher von den Scherben am Boden nicht abschrecken lassen. Am Anfang sind wir zwar noch etwas zusammengezuckt wenn mal wieder so ein Teller zwischen die Tische geworfen wurde, aber Musik, Essen und Getränke lassen einen schnell schußfest werden. Da "Chefe" draußen einen Teller mit einem Fleischspieß stehen hatte und lautstark die Vorzüge seine lokales pries, waren seine Gasträume auf beiden Etagen schnell voll.

Irgendwann haben wir uns auf den Weg in Richtung Notre Dame gemacht. Angeregt durch die Tellerschmeißerei habe ich den Teller mit dem Fleischspieß vor der Tür umgeschmissen. Versehentlich natürlich. Gab das einen Knall. ;-)) Denn diesmal war es wirklich Porzellan und kein Gips(?)-Teller. Chefe meinte aber "no problemm" und wünschte uns noch einen schönen Abend. Angelockt durch den Krach den ich da veranstaltet hatte, ist der Wirt noch zu ein paar neuen Gästen gekommen und wir konnten auf einmal auch wieder richtig gut laufen... ;-))
 

Mittwoch und die Sonne scheint zum Fenster rein - Zeit aufzustehen und den Tag zu nutzen. Naja, das Badezimmer ist was eng und die Duschwanne muß man auch erklettern, da alles etwas taktisch ungünstig untergebracht ist, aber Sport am Morgen hält fit habe ich mir sagen lassen. ;-)

Auf zum Frühstück. Der Frühstücksraum ist im durch den Hof erreichbaren Nachbarhaus im Keller in einem schönen alten Gewölbe untergebracht. Kaffee, O-Saft, Baguett, Hörnchen, Salami und Marmelade lassen die Leere im Magen verschwinden. Mal sehen wie lange das an hält. Irgendwie ist da nämlich viel heiße Luft in so einem französischen Frühstück.

Ausreichend gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Louvre. Da wir beide früh aufgestanden sind, ein paar Metros wegen Überfüllung vermieden haben (es kommen ja laufend welche) stehen wir bald im Hof des Louvre bestaunen die Architektur, untersuchen die Glaspyramiden und warten darauf das wir eingelassen werden. Zu unserer Freude ist der Andrang noch nicht so groß und wir sind schnell am Kassenhäuschen vorbei. Da ich mich weniger für Bilder interessiere und am liebsten den Teil mit der ägyptischen Ausstellung besichtigen würde knobeln wir aus welchen Aufgang wir als erstes nehmen. Wir landen als erstes in dem Teil, in dem einiges über das römische Ägypten gezeigt wird. Von dort aus landen wir bei den Bildern (nordische Malerei) und natürlich auch bei der Mona Lisa die von einer Traube von Menschen umringt ist. Verstehen kann ich das nicht, denn die Lady ist einfach nur hässlich. Da wir ziellos durch den Louvre wandern finden wir viele Zimmer die jemand der sich nur für Bilder interessiert bestimmt selten betreten würde. Am meisten beeindruckt hat uns bis dahin ein Raum mit gemalten französischen Persönlichkeiten in dem auch Kronen, Porzellan, Tabakdosen und andere Dinge ausgestellt waren. Hier wurde so richtig der Prunk zur Zeit der französischen Könige deutlich. Danach sind wir in einem Teil gelandet in dem französische Maler ihre Werke ausgestellt haben. Uns hat es dort überhaupt nicht gefallen und so wurde der Flügel in der Etage sehr schnell abgehakt. Interessant fand ich die Leute die vor den Bildern standen und mehr oder weniger versuchten sie zu kopieren. Nachdem ich dann eine von diesen Künstlerinnen mehr oder weniger beleidigt habe (ich habe mehr oder weniger laut über das verhunzt gemalte Dekolletee (na eben den Brustbereich 8-) einer im Original hübschen Frau gebrabbelt) wunderte sie sich über mein künstlerisches Verständnis, murmelte etwas von wegen Männer und wo ich schon wieder meine Augen habe und wollte schlagartig mit mir den Saal verlassen.

Von da aus haben wir den Teil der Ausstellung gesucht der sich mit dem antiken Ägypten befasst. Das war leider nicht so einfach und wir haben auch noch ein paar weitere Sääle gefunden in denen keine Bilder stehen und die trotzdem sehenswert sind. Gefunden haben wir etwas über Mesopotamien, einen verschlossen Flur wo es zum islamischen Teil geht, die Grundmauern des Louvre wie es mal war, bevor er zum Museum mutierte, viel über Griechenland/Makedonien und tatsächlich, nachdem wir uns konsequent in Richtung Keller bewegt haben auch den Teil der sich mit dem antiken Ägypten befasst. Hier wäre ich gerne länger geblieben, aber wir waren bereits mehr als vier Stunden im Louvre unterwegs und unsere Aufnahmefähigkeit setzte uns langsam Grenzen. Wir haben uns nur noch einen groben Überblick verschafft (den ich gerne mal vertiefen möchte) und haben dann nach fast fünf Stunden die Segel gestrichen.

Was ich vergessen habe, aber erwähnenswert ist, ist das Restaurant das sich im Louvre befindet. Wir haben dort kurz eine Pause eingelegt, Kaffee getrunken, die Aussicht von der Terrasse genossen und uns über die zivilen Preise gewundert. Das Personal ist freundlich, man hört mal wieder heimische Klänge und kann einer Maschine zusehen, die von ganz alleine die Glasfenster der Pyramide erklimmt und sie putzt. Sowas fehlt uns hier auch noch...

Wir haben uns nach dem Verlassen des Louvre noch die einzelnen Geschäfte angesehen, ein Poster der Mona Lisa gekauft (Julia hat zwei Rennmäuse von denen eine Mona und die andere Lisa heißt und sie wünschte sich ein solches Poster) und uns danach dann wieder auf Parterre gebracht nachdem Frau festgestellt hatte das sie definitiv kein Geld mehr aus den Automaten bekommt (Alzheimer oder EC-Karte kaputt - es war Alzheimer wie sich gestern herausgestellt hat). Naja, Frauen und Technik... ;-) Wir haben dann erst einmal das Hotel aufgesucht, weil wir für den Rest des Tages die Örtlichkeiten von Brochant (insbesondere die Gastronomie) erkunden wollten. Hierbei stellte sich dann heraus, das das Beste an Brochant die kleinen Läden sind, in denen man fast alles kaufen kann, das Hotel und der gute Metroanschluß. Erwähnenswert bleibt noch das um die Ecke vom Hotel eine Bitburger-Kneipe ist, aber dafür gab es leider keine Mehrheit. Schade...

Als Alternative wurde mir einen Besuch von Sacre Coeur vorgeschlagen. Also ab in die Metro und auf zur Besteigung von Sacre Coeur. Ich behaupte mal, das neben dem Eiffelturm dies der höchste Punkt von Paris ist. Dank des schönen Wetters das sich bis weit in den Abend hinein gehalten hat, hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf Paris. Die Kirche war innen leider wenig beeindruckend, da sie zur Zeit renoviert wird und man vor lauter Gerüsten sehr wenig sieht. Essen in der Nähe von Sacre Coeur ist wegen der späten Stunde leider auch nicht möglich, da alles ziemlich überlaufen ist. Im Sommer soll es noch viel schlimmer sein. Noch schlimmer, grummel....

Mein Magen knurrt, die Laune geht gegen Null und wir fahren in die Stadt fahren. Da die kürzeste Verbindung die zum Place de la Concorde darstellt, steigen wir dort aus und suchen uns was Essbares. Womit wir nicht mir gerechnet haben, war eine Wanderung die der des ersten Tages gleicht. Wir kommen am Ritz vorbei und landen irgendwann in einem Viertel das von Italienern bevorzugt wird. Zumindest behauptet das der Name des Platzes. Da mir jetzt alles egal ist gehen wir in die nächste Pizzeria und schlemmen dort viel und gut. Das Essen war ein Gedicht und der Lambrusco ließ mich den Schmerz über das entgangene Bitburger vergessen. Der Laden wird von vielen Parisern frequentiert und das sagt uns, das wir mal wieder das richtige Näschen für Essen gehabt haben. Danach machen wir uns auf den Heimweg. Das wars vom zweiten Tag.....

Heute ist es was später geworden, aber dafür steht die Sonne um so schöner am Himmel. Glückskekse sind wir. Wenn Engel reisen.....

Also auf zum Frühstück und danach ab in die Metro. Heute wollen wir uns das Centre Culturel G. Pompidou ansehen. Die letzten zwei Jahre hatte es geschlossen und Neueröffnung war im Februar dieses Jahres. Moderne Kunst soll da zu bestaunen sein und wir hoffen mal das der Andrang nicht zu groß ist. Da die Metro nicht bis vor die Tür fährt, steigen wir am Hotel de Ville (Rathaus) aus. Ob die da auch arbeiten? Viele Fenster sind mit Fahnen zugehangen und das Haus sieht eher wie ein mittelalterlicher Prunkbau - frei zum Besichtigen - aus. Schnell ein paar Fotos geschossen, einem Ami erklärt das ich nicht weiß wo eine "Western Union" ist nachdem er mir erklärt hat, das er keine Postkutsche sondern eine Bank zum Geldumtausch sucht und dann ab in Richtung Kunstmuseum.

Dort angekommen reihen wir uns in eine lange Schlange ein und warten darauf das es 11:00 Uhr wird. Vorher ist dort kein Einlaß. Nachdem die Pforten geöffnet wurden und der obligatorische Eintritt bezahlt war ging es auf Besichtigungstour durch die Etagen. Im großen und ganzen hat die erste Etage mich an eine Mischung aus Sperrmüll, Kinderzimmer von Benjamin und Bombenanschlag auf der Mülldeponie erinnert. Aber gut, Kunst kommt nicht von Können und ist eben Geschmackssache. Sehenswert ist alleine der Blick vom Dach des Gebäudes über einen alten Teil von Paris in den man dieses hochmoderne (Kunst)-Gebäude wie einen Fremdkörper reingepropft hat. Der Trost am ganzen: Der Eintritt hat sich gelohnt. Ich weiß jetzt das ich da nie wieder hin muß. Die fünf Gemälde die mir gefallen haben (3 x Dali und zwei deren Künstler ich nicht mehr weiß), kann ich bestimmt auch noch wo anders bestaunen und wenn nicht, dann ist es auch so.

Nach 1 1/2 Stunden haben wir das Gebäude verlassen und sind vorbei am Archives Nationales (da werden nur Dokumente aufgehoben ) und am Musee Carnevalet (Stadtgeschichte und nicht "de zooch kütt" ;-) zum Place des Vosges (eine Grünanlage angelegt von Henri IV)geschlendert und haben dort die alten Häuser (in denen stadtbekannte Persönlichkeiten gewohnt hatten) die bis auf wenige Ausnahmen zumindest renoviert worden sind angesehen. In den unteren Bereich versucht man (für Paris typisch) kleine Geschäfte zu integrieren. Das wird bestimmt mal hübsch aussehen wenn es so wird wie die Planer sich das vorstellen.

Von da aus ging es weiter zur Bastille (die nur noch in Form einer Säule existiert) von wo aus man ein weiteres häßliches supermodernes Gebäude (Opera Bastille) bestaunen kann. Wenn der Klang so gut ist wie die Oper häßlich, dann lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch. Nach so viel "Geschmackssache" sind wir in die Metro gestiegen und auf die Ile de la Cite gefahren. Notre Dame und Conciergerie von außen besichtigt und von da aus mit der Metro zum Palais/Jardin du Luxemburg gefahren. Das ist ein schöner Park mit einem malerischen Garten, einem von außen schönen Haus und den üblichen Statuen(Statuten? ;-). Hier ist meine Fremdenführerin ;-) angesichts des schönen Wetters und der schönen Umgebung erst einmal in den Sitzstreik gegangen.

Ich hab derweil dann mal die Leute beobachtet und festgestellt, daß es keine schönen Mädels in Paris gibt. Sind die alle in Urlaub oder werden die zu Hause eingeschlossen? Egal ob Park, Metro, Einkaufsstraße,... nichts dabei wo sich spaßeshalber mal flirten anbieten würde. (...ganz schnell weckducken, hier liest jemand mit ;-)

Nachdem der Stuhl unbequem wurde haben wir noch eine kleine Kirchentour gestartet. Pantheon (die wollen Eintritt ;-() von außen, St. Michel, St. Sulpice und St. Severin von innen. Schöne Kirchen, aber irgendwie sehen die alle gleich aus. (ja, ja, Schande über mich ;-). Ziemlich alt und kunstvoll eingerichtet.

Irgendwie hat es uns wieder zum Quartin Latin gezogen wo mein Bücherwurm sich in einer Buchhandlung noch diverse Geschichtsbücher (die es in D ganz bestimmt nicht gibt...) gekauft und hofft nun das Sie den Inhalt versteht bzw. der ein oder andere Mauser (Hallo Peter ;-) ihr beim Verstehen hilft. Während des weiteren Bummels wurden wir von einem Mädel angesprochen (do you speak english?) was dann den Effekt hatte der sich bei mir mit französisch einstellt (nagut, inzwischen kann ich Gitane ohne Filter, Bier und Kaffee bestellen). ...Kanixverstahn. 8-) Das Mädel erzählte mir, das sie und Ihre Eltern mal in Duisburg gelebt haben, ihre Eltern nach Bosnien zurück geschickt worden sind und sie jetzt in Paris gelandet ist, wegen mangelnder Sprachkenntnisse aber ihren Lebensunterhalt mit Betteln verdient. Den weiteren Teil des Gesprächs haben wir in Deutsch geführt und ich habe mich hinterher gefragt warum wir nicht auch so eine Ausländerpolitik betreiben wie Sie sie geschildert hat. Ich weiß nicht ob alles wahr war, aber Sie war nett und entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten hat sie auch nicht umsonst gefragt. Ein Blick in den Himmel sagte uns dann, daß es Zeit wird ein Dach über den Kopf zu bekommen. Der Grieche vom ersten abend war das erste was wir gesehen haben und weil es uns dort geschmeckt hat, sind wir dort auch wieder rein. Lecker Essen und Trinken, ab zur Metro und ins Hotel. Dort angekommen fängt es an wie aus Eimern zu gießen und hört auch bis zum nächsten Morgen nicht mehr auf. Das wars vom dritten Tag...

Es hat nicht aufgehört zu regnen. Wir beschließen daher auf den letzten Drücker zum Frühstück zu gehen. Um 12:55 Uhr fährt eh unsere Bahn von Gare du Nord ab und zum Bummeln/Besichtigen lädt das Wetter nun wirklich nicht ein.

Gegen 10:30 Uhr nutzen wir eine kurze Trockenphase und verlassen das Hotel. Da die Metro unterirdisch im Bahnhof hält geht das ganze sogar relativ trocken ab. Der Bahnhof ist klein und bietet auch nichts was einen ca. 1 1/2 Stunden überbrücken läßt. Draußen tröpfelt es nur noch und wir beschließen das Gepäck ins Schließfach zu packen und einen Rundgang um Gare du Nord zu wagen. Die Schließfächer sind im Keller und der Eingang zu der Halle ist mit einem Detektor und einem Durchleuchtungsgerät, bewacht von zwei Flics, gesichert. Mehrfach piepe ich lustig vor mich hin (ich hab nun mal die Angewohnheit Kleingeld irgendwo in Taschen zu verbaggern). Nachdem ich dann die Nase voll habe, stelle ich mich vor einen der beiden Flics, durchwühle alle meine Taschen und drück dem verdutzten Flic der inzwischen neben mir steht alles was ich an Metall finde in die Hand und erkläre ihm gestenreich mit Blick auf Geld und Detektor "piep, piep, piep". Jetzt noch die Jacke in den Durchleuchter und schon klappts ohne zu piepen, sacke mein Geld wieder ein und stelle fest, daß ein Schließfach so viel kostet wie ein Bier. 10 Maahk halt ebent. Was solls, Klamotten rein und ab die Post.

Die Gegend rund um Gare du Nord ist wie überall wo sich ein Bahnhof befindet. Sexshops, Hotels, Kinos, Spielläden und Fressbuden/Fresstempel. die Zeit ist rum, wir holen unser Gepäck, steigen in die Bahn und haben dort eine nette Unterhaltung mit einem Ehepaar aus Remagen. Sie hat vor langer Zeit mal ein Jahr in Paris in einem Kloster als Pflegerin gearbeitet und wollte alte Erinnerungen auffrischen und mit Ihrem Mann auf Edelsteinsuche vor den Toren von Paris gehen. Gefunden haben sie nix interessantes, dafür aber einiges von der Stadt gesehen.

Im Bistro geben wir unser letztes Kleingeld aus. Wir (ihr Mann und ich) schaffen es tatsächlich aus einer Mischung von FF und BF so viel eßbares abzuschleppen das nur noch vier FF übrig bleiben. Von den Damen erst als leicht beknackt dargestellt (wegen unseres Ansinnens gewillt zu sein diese Mischung aus BF und FF los zu werden), werden wir hinterher als Helden gefeiert und sonnen uns in unserem Ruhm.

Pünktlich um 16:55 Uhr kommt der Zug in Köln HBF an. Wenn jetzt der Zug nach Spich um 17:10 Uhr auch noch gekommen wäre, dann wäre die Geschichte jetzt zu Ende.

So haben wir noch ein nettes Mädel kennen gelernt das eigentlich nur nach Seelscheid wollte. Das sie noch sieben Tage bis zum Erhalt Ihres Führerscheines hat und die Sekunden bis dahin rückwärts im Schlaf aufsingen kann und den "Zirkus Bahn" seit einem halben Jahr mit macht stimmte uns (ja ich hab Vorurteile 8-) auf die Bahn ein.
Wir waren um 19:30 Uhr in Spich/HBF und ich habe die Erkenntnis gewonnen, daß ich das nächste mal mein Auto ins Parkhaus stelle, denn das ist preiswerter als das Taxi nach Oberlar (das ich schon fast geordert hatte) und erholsamer als der Streß mit der DB oder wie die jetzt heißt. Btw: Die Bahn wollte ab Montag streiken. ...wollen die ab Montag pünktlich kommen und tausende verpassen die Bahn, weil niemand damit gerechnet hat oder wollen sie die Leute damit schocken das sie die Lautsprecher für Durchsagen nutzen wollen? Man stelle sich vor, wieviele Leute einen Herzinfarkt bekommen weil aus diesen Trichtern die da oben hängen nicht nur Wasser sondern plötzlich auch eine Stimme kommt....